Wer in seinem landwirtschaftlichen Betrieb Nutztiere, wie zum Beispiel Milchkühe hält, sollte selbstverständlich alles dafür tun, dass die Tiere gesund sind. In erster Linie zum Wohlbefinden der Tiere selbst, aber verständlicherweise auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des eigenen Betriebs. Denn darüber sollte kein Zweifel bestehen: Gesunde Tiere verursachen weniger Kosten durch Erkrankungen und geben auch mehr Leistung.

Eine Erkrankung wie Q-Fieber ist daher ebenfalls unter den Gesichtspunkten der Herdengesundheit und Wirtschaftlichkeit zu sehen. Hinzu kommt bei dieser Infektion auch das Zoonose-Potenzial, also die nicht ungefährliche mögliche Übertragung des Q-Fiebers auf den Menschen.1,2 Umso wichtiger ist es, die Symptome und möglichst auch schon die ersten Hinweise zu kennen und zu beachten, die auf eine Q-Fieber-Infektion des Tierbestands hinweisen könnten.

Q-Fieber: Die wichtigsten Symptome bei Rindern erkennen.

Man muss seinen Feind kennen, bevor man ihn bekämpfen kann. In diesem Fall gilt das auch für den Q-Fieber-Erreger Coxiella burnetii. Doch das Bakterium macht es einem nicht leicht: So sind bei einer Q-Fieber-Infektion bei Rindern oft keine eindeutigen Symptome erkennbar.

Durch diesen häufig unmerklichen und unspezifischen Verlauf ist Q-Fieber auch für Fachleute nicht leicht zu diagnostizieren, so dass Klarheit erst durch tierärztliche und labortechnische Untersuchungen erzielt werden kann, zum Beispiel durch die indirekte ELISA-Methode (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) zur Bestimmung der Antikörperkonzentration in Blut oder Tankmilch oder durch die PCR-Methode (Polymerase-Kettenreaktion), bei der direkt im Hinblick auf den Erreger untersucht wird.

Entscheidend für die Gesundheit der Herde in Ihrem Betrieb ist jedoch das möglichst frühzeitige Erkennen von Hinweisen, bevor es überhaupt zu speziellen Untersuchungen kommt.

Die Frage lautes also: Wann sollten Sie in Ihrem Betrieb immer auch an eine mögliche Q-Fieber-Infektion denken?

  • Typische Krankheitsbilder bei Q-Fieber sind Aborte und Totgeburten sowie Frühgeburten und lebensschwache Jungtiere. Beim Auftreten von Verkalbungen sollte immer auch an Q-Fieber gedacht werden. Problematisch bleibt jedoch die Tatsache, dass diese Symptome eben nicht nur bei Q-Fieber auftreten, sondern auch andere Ursachen haben können.
  • Mit Q-Fieber infizierte Kühe leiden häufig an Fruchtbarkeitsstörungen, Gebärmutter- und Euterentzündungen. Weiterhin können auch Atemwegserkrankungen und Herzprobleme auftreten.
  • Darüber hinaus können auch ohne erkennbaren Grund fiebernde Tiere oder eine Abnahme der Milchleistung auf Q-Fieber hindeuten.

Das Spektrum der Hinweise auf Q-Fieber ist also breit gefächert. Dabei ist es eher selten, dass alle Symptome in einem Betrieb gleichzeitig auftreten. Vielmehr sind Sie als Landwirt mit Ihrer Erfahrung gefragt, hier ein wachsames Auge auf Ihre Tiere zu haben.

Stellen Sie bei Ihren Tieren die genannten Symptome fest und die Ursachen sind zweifelhaft, denken Sie an die Möglichkeit einer Q-Fieber-Infektion und ziehen Sie Ihren Hoftierarzt hinzu!

Die wichtigsten möglichen Q-Fieber-Symptome im Überblick:

  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Erhöhte embryonale Sterblichkeit
  • Vermehrt Nachgeburtsverhaltungen
  • Gebärmutterentzündungen
  • Lungenentzündungen
  • Eitriger Ausfluss
  • Lebensschwache Neugeborene
  • Ohne erkennbare Ursache fiebernde Tiere
  • Abnahme der Milchleistung

Lebensschwaches Kalb auf Beton

Q-Fieber erkennen und handeln: Impfung kann Infektionsdruck senken.

Wurde in Ihrem Betrieb tatsächlich Q-Fieber festgestellt und über die PCR-Methode der Nachweis der Erreger erbracht, fällt die Infektion auch unter die Meldepflicht nach dem Tiergesundheitsgesetz. Diese Schritte werden der Tierarzt oder die mit der Untersuchung beauftragte Institution einleiten. 

Darüber hinaus gilt es jetzt, Schritte zur Bekämpfung des Q-Fiebers einzuleiten. Denn das Ziel muss es sein, die Herdengesundheit zu erhalten oder wieder zu verbessern sowie gleichzeitig die wirtschaftliche Leistung Ihres Betriebs zu sichern. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr der Übertragung von Q-Fieber auf den Menschen. Mit einer Q-Fieber-Impfung Ihres Tierbestands ist es möglich, den Infektionsdruck in der Herde zu senken, den Infektionskreislauf zu durchbrechen und die Herdengesundheit wieder zu verbessern. 

Quellen:

1 Hilbert, A. (2015): Coxiella burnetii - Epidemiologische Untersuchungen zum Vorkommen und zur Verbreitung in Schaf- und Rinderbeständen in Deutschland. Berlin, Freie Universität, veterinarmed. Fak., Diss.

2 Bundesinstitut für Risikobewertung (2003): Q-Fieber: Übertragung des Erregers Coxiella (C.) burnetii in Tierbeständen und durch Lebensmittel auf den Menschen.